
Während die Beatles ganz Europa auf den Kopf stellen, scheint in Island die Welt rückläufig zu sein. Eine traditionelle, männerdominierte Gesellschaft verbietet Frauen so ziemlich alles ohne deren Zustimmung. Vor allem selbstständiges Denken oder gar weibliche Literatur ist verpönt. Hekla, eine sehr schöne und äußerst kluge junge Frau, will vieles aber nicht "Miss Island" werden. Immer wieder drängt man ihr eine Bewerbung mit "Erfolgsgarantie" auf. Doch Hekla hat andere Pläne, die sie stur und voller Selbstvertrauen verwirklicht. Jón John, Heklas bester Freund ist schwul und träumt von einer Karriere als Kostümbildner. Mit seiner Nähmaschine flüchtet er nach Reykjavík um dort sein Glück zu finden. Nicht lange und Hekla packt ihre Remington-Schreibmaschine ein und folgt dem Jugendfreund.
Während eine Boeing 787 im Juni 2021 von Paris nach New York fliegt und in einen Cumulonimbus gerät, geschieht etwas Ungeheuerliches! Der elektomagnetische Wirbelsturm entlässt die Maschine zwar nahezu unbeschädigt aus seinen Fängen, doch wird Kapitän David Markle die Landeerlaubnis verweigert. Umgeleitet und unter größten Sicherheitsvorkehrungen, werden Personal und Passagiere auf einem militärischen Stützpunkt unter größter Geheimhaltung "zwischengelagert". Denn: wo soll man mit Menschen und Flugzeugen hin, die vor 110 Tagen bereits -identisch bis zum kleinsten Ketchup-Fleck- gelandet sind? Wie erklärt man Passagieren, Personal und dem Flugkapitän, dass sie bereits eingereist sind? Zudem einer nicht mehr am Leben ist, einer im Sterben liegt und einer die größte Chance seines Lebens versemmelt hat. Ein Auftragskiller,eine schwarze, aufstrebende Juristin, ein Popstar , ein verkannter Autor und ein Architekt mit seiner Geliebten, die eigentlich schon seine Ex ist, stehen sich plötzlich selbst gegenüber. Kann man sein Leben korrigieren? Kann man nochmal von vorne beginnen obwohl das Ding eigentlich schon gelaufen ist? Wird man klug, aus dem was man verbockt hat und vielleicht sogar ein besserer Mensch?
Mit der verwesenden Leiche des Vaters im Gepäck, suchen Lucy und Sam nach einem neuen Zuhause. Getrieben von Hunger und Angst ist es schwer einen geeigneten Platz für Ba zu finden, ihm die letzte Ruhe zu gewähren und selbst endlich irgendwo anzukommen. Der Wilde Westen Amerikas, der nicht ihrer ist und sie nie willkommen geheißen hat, bietet Ihnen wenig Schutz vor Wegelagerern und wilden Tieren.
Wenn man mit Mord durchkommt, als Kriegsheld und Stuntman Karriere macht und selbst als Fahrer oder Laufbursche noch ein harter aber sexy Knochen sein kann, heißt das nur eins: Willkommen in Hollywood! Zwischen amerikanischen Cowboy- und Actionfilmen der 1969er Jahre, die der zweitklassige Schauspieler Rick Dalton und sein Double Cliff Booth besetzen, schleicht sich langsam der Paradigmenwechsel des amerikanischen Kinos ein. Die verhassten Spaghetti Western werden immer populärer, erste skandinavische Erotikfilme kommen in kleine Schmuddelkinos und wer bei drei nicht auf dem richtigen Pferd sitzt, kann seine Karriere an den Nagel hängen. Zwischen "Bonanza", "Rauchende Colts" "Bis zum letzten Atemzug" und "Spiel mir das Lied vom Tod" dürfen alle Größen der damaligen "guten alten Zeit" nochmal auflaufen.
Während sich 1989 der Eiserne Vorhang an der Grenze zu Ungarn immer mehr öffnet, die ersten Flüchtlinge das Burgenland betreten, zerreißt in Dunkelblum ein unsichtbarer Vorhang aus Lügen und Verbrechen. Die eingeschworene Gemeinschaft, die so hartleibig schweigt und alles, was im und kurz nach dem zweiten Weltkrieg in der Grenzstadt an Nazi Greueltaten verübt wurde, wird durch einen unangenehm neugierigen Tourist aus der Reserve gelockt. Während freiwillige StudentInnen aus Wien einen jüdischen Friedhof freilegen, die Presse sich plötzlich für das verschlafenen Dunkelblum interessiert, eine junge Frau verschwindet, ein Skelett entdeckt wird und die, die noch übrig sind endlich die "Pappn" aufmachen, kommen die Leichen der Stadtbewohner aus den Kellern. Alte Nazis, Antisemiten und brutale "Wasenmaister" müssen endlich Farbe bekennen. Während die Familien noch immer miteinander klüngeln, sich gegenseitig bestätigen nix gehört, gesehen oder gewusst zu haben, deckt die dritte Genaration ein ungeheuerliches Verbrechen auf. Was in einer Nacht kurz vor Kriegsende, in einem wahnsinnigen Blutrausch passierte und lange totgeschwiegen wurde, kommt endlich ans Licht...
Wallace ist klug, der einzige Schwarze an einer renomierten Uni, Biochemie-Doktorand. Er hat es weit gebracht, trotz prekärer Kindheit und Jugend. Wäre er "mehr" weiß und "weniger" schwul, hätte er gute Karten im Beliebtheitsranking. An einem Wochenende, das die neuen Campusfreunde arrangiert haben um sich um sich besser kennenzulernen und Freundschaft zu schließen, ist Wallace zwar eingeladen, bleibt aber immer irgendwie außen vor - ein Schwarzer unter Weißen. Sicher, alles was seine alkoholsüchtige Mutter und sein gewalttätiger Vater ihm angetan haben, verarbeitet und vergessen zu haben, trifft ihn die Nachricht vom Tod seines Erzeugers voll in den Solarplexus. Alte Wunden werden aufgerissen und die Verletzungen, die längst vernarbt schienen treiben Wallace um. Als er auf sein Alter Ego Miller trifft, muss Wallace sich aus dem Kokon von Gewalt und Scham befreien. Auch wenn er dabei nicht als Schmetterling schlüpfen kann...
Ludwig, Stiefsohn von Otmar und Stiefbruder eines genialen aber völlig durchgeknalltem Klavier- und Beethovengenies arbeitet für Shell und ist zuständig für die umstrittenen Vermessungen von Erdölfeldern per Dynamit. Als er auf der sibirischen Insel Sachalin den Geschäftsführer Johan Tromp treffen soll, wird ein Schneesturm zum Verhängnis und Türöffner tief verborgener Geheimnisse. Während Ludwig in einem maroden Hotel festhängt, trifft er auf seinen verschollenen Vater und eine alte Bekannte. Isabelle Orthel, inzwischen investigative Journalistin, hat sich ebenfalls an Tromps Fersen geheftet.
Der unverschämt gut aussehende Dr. Pozzi ist seiner Zeit weit voraus. In Frankreich erhebt er die ersten Hygiene-Gesetze vor Operationen, in England arrangiert er gynäkologische Kongresse von höchster Bedeutung und verkehrt nebenbei mit allen Größen der Belle Epoque. Bringt Franzosen und Engländer zusammen, Dandys und Spießer, Frauen und Männer aller Couleur.
Ein begabter Arzt, kluger Ästhet, begnadeter Liebhaber, Förderer, Freund und Ehemann. Wie dekadent dieses Zeitalter auch war und wie sehr sich Pozzi darüber aufregte: das Fin de Ciècle war bunt, wild, hungrig nach Zerstreuung, verschwenderisch und von höchster kultureller Vielfalt geprägt. Von Händel bis Oscar Wilde und Monet: im Wahren, Schönen und Guten war man sich einig. In der Kunst fand sich manche Freundschaft wieder, die sonst vielleicht im Duell ihr tötliches Ende gefunden hätte.
Überhaupt spielten Attentate, Ehrenkämpfe und wilde Scharmützel eine große Rolle im ausgehenden Jahrhundert. Um Wohlstand, Machtgier und Kolonialbesitz zu verteidigen. Auch da bleibt Pozzi bedacht und stets bescheiden. Klug und bestechend durch große Eloquenz bringt er immer wieder zusammen was eigentlich nicht so recht zusammengeht. Genießt das Ansehen höchster Persönlichkeiten. Reist viel, lässt sich von Sitten und Gebräuchen anderer Länder inspirieren. Und wie zauberhaft und charmant Julian Barnes unseren Lesgenuss mit Vignetten noch vervielfältigt! Auf fast jeder Seite gibt es kleine Bilder der schillernden Figuren seines Erzähl-Mosaiks. Ein Augenschmaus im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn man die Herkunft und Bedeutung der kleinen Abbildungen erfährt, zeigt sich wiedermal der Schurke in Julian Barnes, der über sich selbst und seine Protagonisten schmunzeln kann...
Dieses Buch ist eine Ode an die Kunst - Brennglas und Kaleidoskop zugleich und macht süchtig!
Was für ein Genuss!
Lesen!
Unbedingt lesen!
Als Annie vom Mann ihrer verstorbenen Schwester aus dem Haus geworfen wird, schlupft sie notgedrungen bei einer Cousine unter. Sarah, nur unwesentlich älter als sie, bewirtschaftet einen kleinen Bauernhof im irischen Wicklow. Träge Kühe, denen man für jeden Eimer Milch gut zureden muss, launische Hühner und ein bockiges Pferd sind zu versorgen. Alles wird per Hand gemacht, von der Wäsche bis zur Butter. Das Leben der beiden Frauen ist hart, wortkarg und aufs wesentliche zusammengeschnurrt. Als Annies Neffen wie jedes Jahr auf der "Ranch" geparkt werden, wetteifern die beiden stillen Frauen um die Gunst der Kinder, genießen ihre heimlichen Triumphe und lassen sich von der Leichtigkeit der Kleinen mitreißen. Alles ist plötzlich heller und freundlicher aber auch Gefahr ist in Verzug. Dieses Jahr steht unter keinem guten Vorzeichen. Nicht nur die wilden Kesselflicker, die den Kindern Angst und Schrecken einjagen bedrohen die Farm. Die Avancen eines Mannes, der schon lange ein Auge auf Sarah geworfen hat treiben einen Keil zwischen die beiden Frauen und stellen ihre Seelenverwandschaft auf eine harte Probe...
Und wieder ein Buch zum niederknien!
So fein, so schön und anrührend wie schon bei "Tage ohne Ende" und "Tausend Monde" wird hier eine große Freundschaftsgeschichte erzählt. Zwischen zwei irischen, einfachen Frauen die im Jahr 1959 etwas aus der Welt gefallen zu sein scheinen. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen ist es ein großer Segen, dieses Buch zu haben.
Lesen!
Unbedingt lesen!